Corona-Pandemie – Kirchenmusik im Gottesdienst unter Einhaltung des Schutzkonzepts

05.05.2020 Ab dem 04. Mai 2020 sind nun öffentliche Gottesdienste unter Einhaltung der Auflagen des Schutzkonzepts der bayerischen (Erz-)Diözesen nach Abstimmung mit der Bayerischen Staatsregierung mit beschränkter Teilnehmerzahl wieder möglich.

Hinsichtlich der Kirchenmusik bei diesen Gottesdiensten haben unsere Dienststelle in den letzten Tagen dazu viele Anfragen erreicht. Nach Rücksprache mit dem zuständigen Fachbereich Arbeits- und Gesundheitsschutz im Bischöflichen Generalvikariat können wir Ihnen dazu folgende Hinweise geben:

Bei der kirchenmusikalischen Gestaltung der Gottesdienste in der derzeitigen Krise wird generell auf Ensemblegesang und auf die Verwendung von Blasinstrumenten (Blech und Holzbläser) verzichtet.

Die Verwendung der Orgel und anderer Instrumente wie Streicher, Gitarre, Akkordeon und dergl., bei deren Spiel ein Mund-Nase-Schutz getragen werden kann, ist bei Wahrung der üblichen Abstands- und Hygieneregelungen gestattet. Darüber hinaus ist nur der Gesang einer Kantorin/Solistin bzw. eines Kantors/Solisten zulässig. Diese Regelung gilt auch für Gottesdienste im Freien.

Hierzu einige Erläuterungen:

  • zum Thema Gemeindegesang: Hier heißt es im gültigen Schutzkonzept der Bayer. (Erz-)Diözesen: „Gemeindegesang ist allenfalls in sehr reduzierter Form vorzusehen, da Singen ein besonderes Risiko (Tröpfcheninfektion) birgt. Das Gotteslob ist selbst mitzubringen.“ >>>> Der ständige Stellvertreter des Apost. Administrators, Msgr. Harald Heinrich, hat hierzu im Interview mit katholisch 1 tv gesagt, dass bei der hl. Messe allenfalls das Sanctus und evtl. noch ein Danklied oder jetzt im Mai ein Marienlied gesungen werden kann. Bitte bedenken Sie aber auch, dass die Gemeinde mit Mundschutz singen muss.
  • Zum Thema  Schola: Im Schutzkonzept ist nur von ScholaGESANG die Rede, nicht vom Singen einer Schola. Damit ist die Art der Gesänge (Gregorianik, einstimmiger deutscher Liturgiegesang) gemeint. Eine Schola aus mehreren Personen ist wie ein Chor zu werten, auf dessen Gesang derzeit leider verzichtet werden soll.
  • Zum Thema  Ensembles: Hier sind keine Vokalensembles, sondern Instrumentalensembles ausdrücklich ohne Blasinstrumente gemeint.
  • Hinsichtlich der Verwendung der Orgel durch verschiedene Organisten muss vor und nach dem Orgelspiel jeder Organist / jede Organistin die Hände desinfizieren. Und jede/r Organist/in soll nach Möglichkeit aus eigenen Noten spielen.
  • Desinfektion der Orgel bei verschiedenen Organisten an einem Instrument:  Diese Maßnahme ist sicher sinnvoll und geboten, es muss aber in aller Vorsicht hier vorgegangen werden, um Schäden am Instrument zu vermeiden. Kurz gefasst sollte so vorgegangen werden: Es müssen für Oberflächen und Gegenstände geeignete Einweg-Desinfektionstücher verwendet werden (Desinfektionssprays, die man eintrocknen lässt, sind nicht geeignet!) Nach dem Reinigen mit diesen Desinfektionstüchern sind die noch feuchten Oberflächen unbedingt sofort mit einer Küchenrolle nachzutrocknen. Orgelbaumeister Siegfried Schmid aus Immenstadt hat ebenso wie unsere Dienststelle viele Nachfragen zum Thema Orgeldesinfektion erhalten und nun eine kleine Handreichung erstellt, die er uns zur Weiterleitung an Sie alle dankenswerterweise gerne zur Verfügung stellt. Diese finden Sie hier zum Download:

Diese Anweisungen gelten bis auf Weiteres. Ebenso finden weiterhin bis auf Weiteres auch keine Chor- und Ensembleproben statt. Sollten sich hier Änderungen ergeben, werden wir Sie selbstverständlich umgehend informieren.

 

  • Zur kirchenmusikalischen Gestaltung von Gottesdiensten in „Corona-Zeiten“: Das Deutsche Liturgische Institut in Trier stellt auf seiner Website „Anregungen zu Musik und Gesang bei der Feier der Liturgie in Zeiten der Corona-Krise“ zur Verfügung. Diese finden Sie hier: https://dli.institute/wp/news/erste-oeffentliche-gottesdienste-in-der-osterzeit-2020. Unsere Liedvorschläge in den kirchenmusikalischen Mitteilungen und auf der Website können natürlich auch jetzt bei Einhaltung des Schutzkonzepts für die Gottesdienstvorbereitung herangezogen werden.

Auch wir sehnen uns nach einer vielfältigen und lebendigen musikalischen Gestaltung der Gottesdienste, für die Sie alle sich sehr engagieren, und hoffen, dass dies bald wieder in gewohnter Form möglich sein wird.